Sabine Cutner

Mein Bruder 

Ich war 17J. jung, als mein Bruder tötlich verunglückte.
Und als 8 Monate später, 
meine beste Freundin starb, da begegnete ich dem Tod in einer Tiefe, die eine ganz besondere Schönheit in sich trug. 

Es ist schwer für mich, es zu beschreiben. Es war ein Moment, der absoluten Nähe, der Verbundenheit und des EINS SEINS. Der Tod meiner Freundin veränderte mich. 
Dieser Tod war der Schlüssel zu etwas wesentlichem.
Ich war so oft ganz nah dabei und spürte den sterbenden Herzschlag.
Nahm wahr, wie die Atmung kürzer wurde. War tief verbunden mit dem Sterbenden...ich fühlte ihn. Sein sterben wurde zu meiner Erfahrung. So lernte ich den Tod in all seinen Facetten kennen. Und so merkwürdig es sich auch anhört, der Tod wurde ein Freund, ein Vertrauter.

 

Oft erlebte ich den Tod als eine wundervoll tiefe Ruhe. Es war wie eine Befreiung aus der Enge des Körpers. Wie der Herbst, wenn die Blätter lautlos auf die Erde fallen.
Wie der Tau, der von der morgensonne hinauf getragen wird.

 

Ich konnte erfahren, daß nichts wirklich stirbt.